Mittwoch, 12. März 2008

Manchmal ist es schon zu spät!


"Die deutsche Mentalität wartet gerne ab. So oder so ähnlich könnte man es beschreiben."
Erst kürzlich hatte ich mit meiner Co-Mediatorin Yvonne Frischemeyer einen solchen Fall. Leider sprechen die Leute nicht nur zu wenig über ihre Konflikte, -auch die Unterschwelligen-, sondern sind zudem der Meinung, die Zeit würde es schon richten. Hier ging es um eine Familienmediation, bei der sich schon im Vorgespräch zeigte, dass nur noch eine Therapie wirklich helfen würde. Mehr kann und will ich zu diesem Thema nicht sagen, denn ein Mediator geht mit seinen Medianden eine gegenseitige Verpflichtung zur Verschwiegenheit ein.
Leider geschieht dies immer wieder, dabei kommen die Betroffenen aus allen denkbaren Gesellschaftsbereichen. Unterschiedliche Herkunft oder Bildung haben oft keinen Einfluss auf die Einsicht externe Hilfe rechtzeitig in Anspruch nehmen zu müssen. Die Betonung liegt hierbei auf der Rechtzeitigkeit. Denn auch im genannten Fall hätte man durchaus mit Mediation eine Lösung herbeiführen können, nur waren die Fronten inzwischen so verhärtet, dass dies fast an Selbstaufgabe grenzte. Eben gemeinsam in den Abgrund, wie der Film "Der Rosenkrieg" dies am Ende sprichwörtlich veranschaulicht.
Gerade im privaten Bereich, ob Familie, Kinder, Schule oder sogar Sport, es ist wichtig die Dinge frühzeitig anzugehen, sonst ist die Chance vertan. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass die Hemmschwelle eine Therapie wahrzunehmen, noch wesentlich höher ist.